Eingewöhnung

Der Übergang für das Kind in die Tagespflege ist eine große Herausforderung und bedarf viel Einfühlungsvermögen. Es lernt eine neue Umgebung kennen und eine ihm fremde Person, zu der es eine Bindungsbeziehung aufbauen soll. Es muss sich an neue Situationen, einen veränderten Tagesablauf und an die mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Diese Veränderungen können mit erheblichen Stress verbunden sein. Um diesen Übergang zu erleichtern und Probleme vorzubeugen, gibt es die Eingewöhnungsphase. Die Eingewöhnung erfolgt in der Regel mit den Eltern oder einem Elternteil, aber auch eine dem Kind sehr vertraute Person (z. B. Großmutter) kann einspringen, falls es keine andere Möglichkeit gibt.


Grundphase

Die Eltern kommen mit den Kind zusammen in die Tagespflegestelle und bleiben ca. 1 bis 2 Stunden. In dieser Zeit versucht die Tagesmutter sich dem Kind anzunähern, ohne das es sich bedrängt fühlt. Die Bindungsperson verhält sich zurückhaltend, bleibt jedoch in der Nähe, um dem Kind das notwendige Gefühl von Sicherheit zu geben.

In den ersten drei Tagen findet KEIN Trennungsversuch statt.


 Erster Trennungsversuch / Entscheidung Dauer der Eingewöhnungszeit

Am vierten Tag fällt die Entscheidung über die Dauer der Eingewöhnungszeit.

Die Spanne liegt zwischen 2 und 3 Wochen. Manchmal geht es schneller, manchmal dauert es aber auch länger. Entscheidend, ist wie das Kind auf den ersten Trennungsversuch reagiert. Dabei verabschieden sich die Eltern einige Minuten nach der Ankunft von dem Kind und verlassen den Raum. Sie bleiben aber in der Nähe der Tür. Verhält sich das Kind nach anfänglichen Protest gelassen und wendet sich seiner Umgebung zu, so kann diese erste Trennungsperiode auf ca. 30 Minuten ausgedehnt werden. Besonders hilfreich ist es wenn die Kinder einen Gegenstand dabei haben, der sie an Zuhause erinnert, das kann ein Schmusetuch, ein Kuscheltier oder Ähnliches sein.

Zweiter Trennungsversuch

Erst ab den 7. Tag findet ein erneuter Trennungsversuch statt. Wenn die Tagesmutter eine “Bezugsperson” für das Kind darstellt, werden in den nachfolgenden Tagen die Zeiträume ohne Eltern vergrößert. Diese bleiben jedoch weiterhin in der Nähe der Tagespflegestelle.


Schlussphase

Alle Aufgaben sind in die Hände der Tagesmutter übergegangen. Die Eltern halten sich nicht mehr in der Tagespflegestelle auf. Jedoch sind sie jederzeit telefonisch erreichbar. Zeichen einer gelungenen Eingewöhnung ist es immer, wenn das Kind sich von der Tagesmutter trösten lässt und auch selbständig den Kontakt zu ihr sucht. Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind seine Tagesmutter als sichere Basis und weitere Bezugsperson akzeptiert hat.